ULTIMATE FRISBEE
WO IN DÜSSELDORF DIE SCHNELLE SCHEIBE ZISCHT
Es waren einmal ein paar Jungs in den USA, die gerne den Kuchen in der Konditorei Frisbee aßen und irgendwann einmal auf die Idee kamen, sich die leergegessene runde Kuchenform zuzuwerfen.
So oder so ähnlich hat wohl die Geburtsstunde des Spiels mit dem Wurfgeschoß ausgesehen und mittlerweile haben wahrscheinlich die meisten von uns auch schon mehr oder weniger erfolgreich versucht, die - mehr oder weniger "verdammte" - Scheibe zielgenau zu werfen. Am Anfang waren es wahrscheinlich ein paar Leute, die sich in einer gewissen Entfernung von einander aufstellten und versuchten, das vom Nebenmann abgefeuerte Frisbee zu fangen; genau so, wie die meisten von uns das ja auch tun, wenn wir´s tun. Jeder Sport entwickelt sich bei steigendem Können der Spieler weiter und so natürlich auch das Frisbee-Spiel. Eine der zahlreichen Varianten dieser Sportart ist das ULTIMATE FRISBEE, ein Mannschaftsspiel, das von ca. 90% der aktiven Frisbee-Spieler bevorzugt wird.

HYDEPARK hat die Frauen und Männer, die sich hier in Düsseldorf regelmäßig zum ULTIMATE treffen, beim Training und lockerem Spiel besucht.
Nachdem wir also aktiv beim Spiel mitgemacht hatten (hächel - hächel), haben wir beim - mindestens genauso wichtigen - "Après-Training" einiges über die Truppe und das Spiel erfahren. Ins Leben gerufen wurde die Frisbee Family Pempelfort (F.F.P.) oder Düsseldorf? - hier waren sich die Anwesenden nicht so ganz einig - von Knut, einem erfahrenen Frisbeer, der mit dem Team 42 (sprich: tihmfortitu) aus Dreieich schon mehrfacher deutscher Meister und aktiver Nationalspieler ist. Durchs Studium nach Düsseldorf verschlagen, suchte er sich über die Uni und sonstwie Leute zusammen, die Lust hatten und denen er dann das Spiel beibrachte.
So ist Ultimate Frisbee nunmehr fester Bestandteil des Uni-Sports in Düsseldorf, was aber bei weitem nicht heißt, daß nur Studenten mitmachen dürfen.
Inzwischen gehören der F.F.P. (oder D.?) eine ganze Menge richtiger Cracks an: Ingrid ist ebenfalls Nationalspielerin, Veronique ist Deutsche Meisterin, Stevi ist Nationalspieler der Masters (Spieler ab 30) und Ralf kam durch das das Werfen mit einer leeren 12 mm Filmdose zu diesem Sport. Das Interessante an der Truppe ist aber auch die internationale Zusammensetzung. Mike und Patrick sind aus den USA, Markus aus Wesel, Alexis ist Franzose und auch Spieler/innen aus Finnland, Sizilien, den Benelux-Staaten sowie Holland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden sind im Team. Und alle sind sich darüber einig, daß der Zusammenhalt, der Spaß am Spiel, das gesellige Beisammensein nach dem Training oder auch am Wochenende das wichtigste und schönste an diesem Sport und speziell bei dieser "Mannschaft" ist. "Und zudem", meint Jost und grinst "ist das wichtigste beim Frisbee........Prost, ein Gläschen danach!"
Für Max ist es trotz allem Ehrgeiz wichtig, daß man auch mal einen Fehler machen kann, ohne daß gleich schlechte Stimmung aufkommt oder gemotzt wird.
Ralf und Markus sind sich mit dem Rest der Truppe einig, daß ein gewisser Ehrgeiz, z.B. mal einen besonders tollen Spielzug zu üben, schon besteht; dennoch geht keiner auf´s Feld mit dem Vorsatz, unbedingt gewinnen zu wollen. Von Babsi auf den Nenner gebracht: "Wir spielen just for fun!"
Wenn sie genügend Leute zusammen bekommen, fahren sie gerne zu Turnieren, auf denen dann max. 7 gegen 7 gespielt wird. Hat eine Mannschaft aber nur 6 Spieler/innen, so einigt man sich halt auf 6 gegen 6. So geschehen dieses Jahr auf den Deutschen Meisterschaften in Rothenburg an der Wümme. Neben deutschen und internationalen Meisterschaften wird in Deutschland Ultimate Frisbee in vier Ligen gespielt, teils brav nach Männlein und Weiblein getrennt, teils gemischt.
UEBRIGENS: Es gibt grundsätzlich keinen Schiedsrichter. Gespielt wird selbst beim wichtigsten Turnier oft nach dem Motto "fair geht vor". Man nimmt es den Leuten auch ab, daß sie sich bei Unklarheiten mit ihren Gegnern über da "Wiegehtsweiter" einigen können, ohnen einen Schiedsrichter zu bemühen. Und das bei einem Spiel, das Schnelligkeit, Taktik, Technik, Kondition und die Fähigkeit die Scheibe zu "lesen", erfordert und in dem durch die enge Deckung, die gespielt werden muß, Körperkontakte natürlich nicht ausbleiben.
Sinn des Spiels ist es, die Scheibe in der gegnerischen Endzone zu fangen. Übrigens: Nur wo Frisbee draufsteht ist auch Frisbee drin - will sagen, nicht jede Scheibe darf sich Frisbee nennen (vergl. Champagner, Cognac etc.). Es darf natürlich nicht mit der Scheibe gelaufen werden. Austrudeln, z.B. nach einem Sprung, ist erlaubt. Hat man glücklich das Frisbee gefangen, weil man seinem Gegenspieler entwischen konnte (Stollen- oder Footballschuhe sind sehr von Vorteil), so steht der auch schon wieder unmittelbar vor einem und beginnt, Dich durch lautes Anzählen nervös zu machen. Du hast ab dem Moment des Anzählens 6 Sekunden Zeit, das Frisbee abzuspielen. Nur die vom Basketball bekannten "Sternschritte" sind erlaubt, solande Du die Scheibe in der Hand hast. Ist sie abgespielt, heißt es auch schon wieder losspurten, um sich freizulaufen und anzubieten. So kämpfen sich die Mannschaften über das Feld bis an die gegnerische Endzone heran und dann kommt der "tödliche" Paß.
So entstehen jede Menge Situationen, die in anderen Sportarten einen oder gar zwei Schiedsrichter auf das Feld zitieren, um einen geregelten Fortgang zu gewährleisten. Nicht so beim Ultimate, wo jeder sagt: Ok, das war von mir nicht ganz korrekt. Ihr bekommt die Scheibe! So etwas gefällt und macht Laune zum Mitspielen. Wobei wir schon bei den drei großen Anliegen der Frisbee Family wären:
1. Sie suchen Mitspieler. Niemand, der freundlich, fairspielend und auch dem Après-Training nicht abgeneigt ist, sollte sich von der Erwähnung, daß Nationalspieler und Deutsche Meister mitmachen auch nur im geringsten abschrecken lassen und einfach mal zum Training vorbeischauen. Die Aufnahme ist absolut super: Keiner motzt, wenn ein Anfänger mal einen Fehler macht und alle sind bereit, gute Tips zu geben. Daß Frauen genauso willkommen sind, ist selbstverständlich und daß sie für diese Sportart 100%-ig geeignet sind, dafür ist Babsi das beste Beispiel.
2. Sie suchen einen schönen Platz, auf dem sie ein größeres Turnier austragen können.
Wir können nur allen sportlich interessierten Leuten raten, sich einmal zum Training der "Family" einzufinden. Wir waren sofort begeistert von der Sportart, dem Fairplay und natürlich von den Familienmitgliedern.
TRAININGSZEITEN:
In den Semesterferien, Di und Do jeweils 19.00 Uhr (Rheinwiesen).
Im Semester, Di (Uni-Sportplatz), Do (Rheinwiesen) jeweils 19.00 Uhr.
Für weitere Informationen wendet Euch bitte vertrauensvoll an JOST: Tel.: 48 49 699
Richtig: Es fehlt ja noch das dritte Anliegen. Dieses läßt sich mit einem Wort beschreiben: JULIA
Wir wissen auch nicht, was oder wer gemeint ist. Nachfragen richtet bitte direkt an Jost. (A.d.R.)
(PW)
aus: HYDEPARK Das Meinungsmagazin Düsseldorf Nr.1 September ´95 kostenlos (und pleite)
mit freundlicher Genehmigung vom Hendrik Bohm (Hrsg. a. D.)
BOHM VERLACH, Tußmannstraße 93, 40477 Düsseldorf
|